Seit 2004 letztes Update 01012026
Vom Hoch- zum Tiefpunkt
Das PowerBook Duo 270c war zwar brillant, doch leistungstechnisch mit dem Motorola 68030-Prozessor spürbar in die Jahre gekommen. Der nächste Schritt liess nicht lange auf sich warten: Zuerst erschien das Duo 280c mit 68040-Prozessor, und schliesslich der eigentliche Star der Duo-Reihe – das PowerBook Duo 2300c mit PowerPC-Prozessor.
Das Duo 2300c war seiner Zeit voraus – und gleichzeitig praktisch unerschwinglich. Es war so zu teuer, da man die Dockingstations dazu benötigte. Ich habe dieses Gerät mehrfach in den Händen gehalten und war jedes Mal aufs Neue beeindruckt. Besonders eine Neuerung stach heraus: das Trackpad, welches erstmals in den 68040-Powerbooks der 500er Reihe eingebaut wurde. Es war eine Offenbarung.
Der kleine Trackball der früheren Duos war nie besonders präzise gewesen. Das Trackpad hingegen fühlte sich intuitiv, exakt und zukunftsweisend an. Rückblickend kann man sagen: Diese Entscheidung prägt mobile Computer bis heute.
Mit der nächsten Generation, der PowerBook-5300-Serie, ebenfalls mit PowerPC und Trackpad, geriet ich in eine persönliche Sackgasse. Gleichzeitig brachte IBM mit dem ThinkPad 760, Compaq mit der 5000-Serie und Toshiba Notebooks mit integrierten CD-Laufwerken auf den Markt, Apple hingegen nicht. Dazu kamen höhere Bildschirmauflösungen von 800×600 oder mehr, während Apple lange zögerte.
Zum ersten Mal spielte ich ernsthaft mit dem Gedanken, Apple zu verlassen und ein ThinkPad oder Toshiba-Notebook zu kaufen. Die Konkurrenz wirkte moderner und durchdachter.
Ironischerweise war es ausgerechnet Microsoft, das mich zurückholte. Über ein vergünstigtes Angebot kam ich zu einem PowerBook 5300ce mit 800×600-Display – und mit einem MO-Laufwerk. Magneto-optisch in einem PowerBook? Ich war begeistert und konnte nicht widerstehen.
Das MO-Laufwerk funktionierte hervorragend – und tut es bis heute. Ich nutze es noch immer an meinem PowerBook 5300. Doch die Euphorie hielt nicht lange an, denn die Qualität des 5300ce war schlicht schlecht.
Heute, über 30 Jahre später, ist die gesamte PowerBook-5300-Serie – inklusive des PowerBook 190 – ein Albtraum. Die Scharniere sitzen oft so fest, dass beim Öffnen das Gehäuseplastik bricht. Die Kondensatoren sind fast immer defekt und bei den Farbdisplays tritt häufig das Essigsäure-Syndrom auf. Mechanisch wie elektrisch sind diese Geräte extrem problematisch.
Rückblickend war diese Generation wohl ein Tiefpunkt in Apples Hardware-Design. Nach den visionären Duo-Modellen wirkte vieles unausgereift, überhastet und qualitativ fragwürdig, ein seltenes, aber deutliches Stolpern in der Apple-Geschichte.