Seit 2004 letztes Update 01012026
Beide Welte
Zu jener Zeit waren Mobilität und Farbe bei Apple noch kaum miteinander vereinbar. Zwar gab es dasPowerBook 180c, doch dessen Akkulaufzeit lag deutlich unter einer Stunde, und schon damals wirkte es imDesign zu alt und zu schwer. Wirklich überzeugend war diese Lösung nicht.
Dann kam das Duo-System– und ich war begeistert.
Eine Dockingstation verwandelte das PowerBook Duo 230in einen vollwertigen Desktop-Mac mit Farbe. Einen 16-Zoll-Farbmonitor besass ich bereits, und damit war das Setup nahezu perfekt. Am Arbeitsplatz war das System zwar groß, aber dafür eben mobil, sobald man das Duo herausnahm. Alle Daten waren immer dabei – kein Synchronisieren, kein Kopieren.
Besonders clever: In der Dockingstation war eine zweite Festplatte eingebaut, die als Backup diente. Für die damalige Zeit war das ein durchdachtes Konzept.
Und dann dieserMechanismus. Das Duo wurde in die Dockingstation geschoben, einMotor zog es sanft hinein, das System startete automatisch – fast lautlos, fast magisch. Beim Ausschalten lief der Vorgang umgekehrt: Die Dockingstation schob das Duo ebenso sanft wieder heraus. Dieser Moment fühlte sich jedes Mal nach Zukunftan.
Der einzige echte Wermutstropfen war dasPowerBook Duo 230 selbst.
Das Display war enttäuschend – dunkel, kontrastarm und deutlich unter dem Niveau dessen, was Apple sonst bot. Auch die Tastatur war schwammig und wenig präzise. Das Duo-Konzept war brillant, die Basis-Hardware dagegen ein Kompromiss.
Heute, über 30 Jahre später, zeigt sich eine weitere Schattenseite: Nahezu alle Netzteile der Dockingstationen sind defekt. Selbst nach dem Austausch sämtlicher Kondensatoren bleiben viele Netzteile tot. Warum diese Netzteile derart problematisch sind, ist mir bis heute ein Rätsel.
Auch die Duo-Rechner selbst gelten als ausgesprochen zickig. Trotz Elko-Tausch bleiben viele Geräte schlicht tot oder verhalten sich unvorhersehbar. Reparaturen sind oft frustrierend und nicht immer erfolgreich.
Und dennoch: Das Duo-System bleibt eine der elegantesten und visionärsten Lösungen, die Apple je gebaut hat. Die Idee, Mobilität und Desktop-Komfort so nahtlos zu verbinden, war ihrer Zeit weit voraus – auch wenn die technische Realität ihren Tribut fordert.