Die grösste Vintage Apple-Sammlung

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über 1’100 funktionierende Vintage Apple Computer

Der Anfang

Mein erster eigener Macintosh war der Macintosh Classic. Dabei war mein Verhältnis zu Macs zunächst alles andere als positiv. Während des Studiums hatte ich bereits mit dem Macintosh Plus gearbeitet – und der Mac nervte mich. Das ständige Wechseln von Disketten war unbequem, langsam und störte den Arbeitsfluss enorm.

Der Macintosh Classic änderte das schlagartig. Er verfügte über eine 40 MB-Festplatte – plötzlich war alles an einem Ort: Programme, Texte, Daten. Kein Diskettenwechsel mehr, kein Unterbrechen der Arbeit. Dazu kam sein kompaktes All-in-One-Design, das ihn deutlich alltagstauglicher machte als die Geräte, die ich zuvor kannte. Ich kann den Duft des Classics noch riechen.

Im direkten Vergleich zu meinem Amiga 500 überzeugte mich vor allem eines: das Bild. Der Macintosh Classic hatte ein klares, gestochen scharfes Display. Die 9-Zoll-Röhre ist selbst heute noch erstaunlich gut – ruhig, kontrastreich und sehr angenehm für Textarbeit.

Der Classic war zudem transportabler, als man es ihm zutraut. Ich nahm ihn tatsächlich mit auf das Sofa und gelegentlich sogar mit ins Bett. Zusammen mit einem HP DeskJet 500 war mein Arbeitsplatz komplett. Texte schreiben, drucken, weiterarbeiten – mein Studium war damit im wahrsten Sinne des Wortes gerettet.

Über 30 Jahre später zeigt sich jedoch eine harte Realität: Fast alle Macintosh Classics sind irreparierbar, wenn die Stützbatterie nicht rechtzeitig entfernt wurde. Auslaufende Batterien zerstören Leiterbahnen und Bauteile – oft irreparabel. Wurde das Gerät jedoch rechtzeitig geschützt, ist der Aufwand zur Wiederbelebung erstaunlich überschaubar.

In der Regel müssen nur diewenigen Elektrolytkondensatorengetauscht werden, dazu auf demAnalogboard die berüchtigten RIFA-Entstörkondensatoren. Danach läuft ein Macintosh Classic oft wieder so zuverlässig wie früher – und versprüht sofort wieder dieses ganz besondere Gefühl der Entdeckungszeit, als Computer noch überschaubar, direkt und greifbar waren.

Der Macintosh Classic war für mich der Moment, in dem der Macintosh vom Studienärgernis zum Werkzeug wurde – und letztlich zum Beginn einer langen Faszination.